"Ich freue mich riesig!"
strahlt eine kleine Brautjungfer in die vor ihr sitzende Kirchengemeinde. So beginnt das Kindermusical
"Hochzeit zu Kanaa" von der Kinderbuchautorin Hella Heizmann. Die Mädchengruppen der Gemeinde Herz Mariä
aus Essen-Altenessen führten das Musical in diesem Jahr zum dritten Mal auf.
 Die Brautjungfern
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Mit ansteckender Freude und Fröhlichkeit stimmen sich die rund 75 Mädchen in der
St. Winfried-Kirche, Essen-Kray, singend auf ihre Darbietung ein. Die Bänke sind besetzt. Kinder und
Erwachsene beobachten erwartungsvoll den Altarraum, der als Bühne dient. Rund um den Altar sind kleine,
mit weißen Decken geschmückte Tische aufgebaut, auf denen Tonkrüge und Schalen voller Weintrauben stehen.
Plötzlich erklingt Musik und 75 Mädchen in weißen Gewändern füllen den Altarraum. Das Hochzeitsfest kann
beginnen. Die Jüngsten der Festgemeinschaft freuen sich besonders: "Ich bin gespannt, wie die Braut aussieht."
- "Bestimmt wunderschön!"
Nachdem die mit grün-weißen Kränzen gekrönten Brautjungfern das frischvermählte Ehepaar in ihre Mitte geholt
haben, überreichen die Hochzeitsgäste ihre Geschenke - ein Sabbatkleid, einen Krug, ein goldenes Diadem,
einen Schatten spendenden Baum und einen Teppich. 2000 Jahre alte Sitten und Gebräuche des Volkes Israel und
biblisch überliefertes Geschehen werden mit moderner Musik und in kindgerechter Alltagssprache präsentiert.
Jesus, der Wanderprediger, hat sich angekündigt. Mit seinem Erscheinen hatte niemand mehr gerechnet. Die
ausgelassene Fröhlichkeit der Hochzeitsgesellschaft schlägt in feierliche Erwartung um. Bei plötzlicher
Dunkelheit in der Kirche reichen sich die Mädchen Kerzen weiter, die sie nach und nach entzünden. Die
Festgäste erheben sich und singen: "Jetzt ist er da, der Mann, von dem man redet. Ob es wohl stimmt, was man
von ihm erzählt?" Jeder spürt, dass von diesem Menschen etwas Wunderbares und Geheimnisvolles ausgehen muss.
Der Bräutigam begrüßt Jesus, der vier seiner Freunde mitgebracht hat. Sogleich geht es weiter im
Programm. Nachdem die Köche ihr Hochzeitsmenü vorgestellt haben, kündigt der Zeremonienmeister den Reigentanz
der Brautjungfern an. Begeistert klatschen die Zuschauer im Takt, als gehörten auch sie zu der
Hochzeitsgesellschaft.
Doch dann kommt Unruhe auf: Der Bräutigam bittet die Köche um neuen Wein, aber der Vorrat ist
erschöpft. Als Jesus rät, die Krüge mit Wasser zu füllen, hält der Küchenjunge das für "glatten Hohn", aber
er tut es trotzdem. Und zu aller Erstaunen ist der Chefkoch von dem neuen Wein hellauf begeistert. Die Diener
sind ratlos.
Als letzter Hochzeitsgast kommt Onkel Ali aus Ägypten. Wer einen so weiten Weg hat, muss ja zu
spät kommen! Sogar ein Kamel hat er mitgebracht. Der mitreißende Rhythmus der letzten beiden Lieder "Jesus
kam für dich" und "Das war ein Fest" steckt selbst die Zuschauer in den hintersten Bänken an.
Der Einsatz hat sich gelohnt: ein froher Nachmittag, zu dessen Gelingen die 75 "Schauspielerinnen"
und 17 Gruppenleiterinnen eine Menge Kraft, Zeit und Ideen beigetragen haben.
Quelle: WAZ 1994