Auch im nächsten Jahr ist es wieder soweit, die Sommerferien
stehen dann mal wieder vor der Türe und es fragt sich ein Jeder: "Wo geht der
Urlaub eigentlich in diesem Jahr hin?" Italien, Spanien, Türkei oder einfach nur
in den Süden, Hauptsache Sonne, Strand und Meer.
Natürlich sind dieses alles verlockende Urlaubsziele, keine Frage, nur denkt
man noch mal darüber nach, komme ich zu der Erkenntnis, dass das für eine Familie
mit zwei oder gerade mit drei bis vier Kindern ein Haufen Geld sein muss, der für
so einen Urlaub erst einmal verdient und ausgegeben werden muss.
 Abkühlung im Bach (Weinähr 1993)
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Eine weitere Überlegung, die mir durch den Kopf gegangen ist: Kennen wir
eigentlich Deutschland? Haben wir bei "uns" in Deutschland nicht auch schöne
Urlaubsziele, Ziele die es ermöglichen etwas Besonderes zu erleben, Orte an denen
man als Stadtmensch viel zu wenig ist?
Natürlich haben wir in Deutschland auch schöne Gegenden, um Urlaub zu machen,
zwar nicht immer mit Sonnenschein, aber durchaus mit Möglichkeiten, mal einen
anderen, interessanten, spannenden, außergewöhnlichen, tollen Urlaub zu erleben.
Und genau hier fällt mir das Zeltlager Herz Mariä ein. Ich kann mich noch
genau an mein erstes Lager in Weinähr vor 13 Jahren erinnern, als wäre es erst
gestern gewesen.
Ich bin gerade zur Kommunion gegangen und schon war ich im
Sommer mit dabei. Das erste Lager war für mich kein einfaches Lager. Neue Leute
sind mitgefahren, ich war einer der Jüngsten und man kannte sich untereinander
noch kaum. Ich wollte nach meinem ersten Lager nie mehr mitfahren und hatte mir
geschworen, beim nächsten Mal Zuhause zu bleiben.
 Aufbruch zur 2. Tages-Wanderung (Schladt 1996)
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Doch es kam alles anders, als ich es mir vorgenommen hatte.
Die Sommerferien rückten immer näher und ich wusste, ich muss wieder mit ins
Zeltlager. Warum auch immer, aber ich kann dieses einmalige Gefühl nicht wirklich
beschreiben, ich glaube, wer einmal mitgefahren ist , fährt nie mehr mit oder hat
das Lager lieben gelernt, neue Freundschaften geschlossen und fährt so lange mit,
bis er aus Altersgründen nicht mehr darf. Oder bemüht sich um eine leitende
Aufgabe, um immer noch am Zeltlager teilzunehmen.
Im übrigen trifft dieser Teil bei mir zu. Mich hat die Faszination bis heute
nicht losgelassen, ein Großteil meines Freundeskreises habe ich im Lager
kennengelernt und bis heute beibehalten und nun versuchen wir , dieses Phänomen
Zeltlager weiter an den Mann zu bringen.
 Zeltmannschaft "Die Eumel" (In den 70-ern)
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Das Zeltlager, das schon 30 Jahre durchgeführt wird,
verkörpert keinen "Luxusurlaub", es soll vielmehr ein Urlaub mit Kindern und
Jugendlichen sein, als nur ein Urlaub für Kinder und Jugendliche. Im Lager
bestehen zwar ein paar Regeln, die schon eingehalten werden müssen um das
Zusammenleben in den 12 Tagen zu ermöglichen, aber nichts desto trotz entsteht
eine Menge Spaß, Spiel, Abenteuerlust, Freundschaft ... bis hin zu eigenständiger
Übernahme von Verantwortung.
Jahresurlaube werden zugunsten des Zeltlagers genommen, Ehrenamtliche,
freiwillige Helfer finden sich zusammen, organisieren im Sinne des Lagers und er
möglichen somit erst einmal die Durchführung des Lagers, "Spender" finden sich,
die dem Lager etwas Gutes tun wollen, und sogar "fremde" - nicht zu unserer
Gemeinde gehörende Helfer - bieten selbstverständlich ihre Hilfe an. An dieser
Stelle möchte ich allen danken, die ein Zeltlager erst einmal ermöglichen.
 Kräfte messen (Beulich 1992)
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Hier stellt sich mir nicht die Frage als Lagerleiter, warum
findet ein Zeltlager statt? Sondern wie und was macht man daraus?!
Um Ihnen liebe Leserinnen und Leser das Leben im Lager etwas näher zu bringen, möchte ich
hier die Gelegenheit nutzen, ihnen ein Zitat eines Jungen aus dem Lager
niederzuschreiben:
"Mir ist nicht wichtig, wo ich in den Sommerferien hinfahre,
sondern, dass ich mit meinen Freunden wegfahre und Spaß habe."
Meiner Meinung nach die beste Beschreibung der Faszination
Zeltlager Herz Mariä.
Ich hoffe, ich habe etwas Interesse geweckt und würde mich freuen viele
"neue"/"alte" Jungen im nächsten Jahr begrüßen zu dürfen.
Christian Eick