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Zeltlager 1998

Hallihallo!

Ich schreibe diesen Brief stellvertretend für viele, viele Kinder und Jugendliche die Jahre lang ins Zeltlager mitfahren oder mitgefahren sind. Das waren über die Jahre hinweg Hunderte gewesen.

Hier bekommt man bestimmt kein Karies
Hier bekommt man bestimmt kein Karies


In diesen Jahr haben wir unser Lager, wie jedes Jahr in den ersten beiden Wochen der Sommerferien, in der Nähe des Dorfes Wagenhausen, mit über 90 Einwohnern aufgeschlagen, mitten in der Natur. Natürlich mit einem riesigen Wald um das Dorf herum und einem Bach, der unsere Wasch- oder Badestelle war. Wie man schon merkt, ist man dort von der übrigen Zivilisation abgeschnitten, doch das ist gerade das Besondere an unserem Lager. Um aber Euch oder Ihnen einen genaueren Einblick in den Alltag des Lagers zu verschaffen, beschreibe ich einfach mal irgendeinen, ganz stink normalen Tag im Lagerleben.

Der Grillmeister in jungen Jahren
Der Grillmeister in jungen Jahren


Dieser beginnt um 8.00 Uhr (MEZ) mit dem 1. Wecken und man sollte sich dann erst mal waschen, wenn man frühstücken will. Wer aber noch etwas dösen will, kann dies bis zum 2. Wecken machen, der muß nun aber die Beine in die Hand nehmen, um rechtzeitig zur Singerrunde fertig zu sein. Nun folgt das ausgiebige Frühstücksbüffet mit frisch importierten Eiern, Sekt für die etwas Größeren und Orangensaft für die Kleinen. Ha, wer's glaubt wird selig. Nein, es gibt andere Leckereien: Butterbrote, vor allem mit Nusspli, Wurst und Käse und dazu heißen Kakao. (Manchmal gibt es auch die Zeltlagerspezialität "Mucke Fuk á la Franz Gollan") Danach wird das Zelt auf Vordermann gebracht, damit die Lagerleitung dort drinnen ihrem starken Trieb nachgehen kann, Müll zu suchen und uns, den Zeltinsassen, ein paar nette Fragen zu stellen. Wenn sie nichts finden, sind sie zwar traurig (Och, dat tut uns aber leid!), aber das Zelt kann sich über ein paar Punkte freuen, die es am Ende des Lagers braucht, um in der Gesamtwertung einen guten Platz zu ergattern und einen leckeren Kuchen oder sogar den leckersten Kuchen (Platz 1) zu erwischen. Nach dieser Prozedur ist zum Bleistift ein Geländespiel angesagt, wo wir uns dann im Wald mal richtig austoben können. Bei so einem Spiel gibt es zwei Gruppen mit verschiedenen Lebensbändern, die an den Handgelenken befestigt werden und man muss versuchen, den gegnerischen Gruppenmitgliedern ihre Bänder wegzunehmen. Wenn man dann nach ungefähr 2-3 Stunde, etwas dreckig und müde, aus dem Wald wieder kommen, muss man sich wieder waschen und wird zur nächsten Singerrunde, mittels Gong, gerufen. Der Gong ist übrigens eins der wichtigsten Dinge im Lager. Wenn er erklingt sollte man sich so schnell wie möglich, am Besten man beamt sich, zum Gong begeben. Das zum Thema Gong, aber nun weiter im Text. Nach dem Singen folgt die Stärkung, das Mittagessen, zubereitet von unseren geliebten Kochfrauen, Krankenschwestern und Seelsorgern, ohne die wir nicht auskämen. Lassen wir es einfach mal Spagetti sein. Nachdem wir dann auch noch den Nachtisch empfangen haben (mein persönlicher Favorit), räumt der Küchendienst ab und der Rest der Lagermannschaft hat Mittagspause. Nach dieser folgt nun ein Turnier, wie Fußball, Tauziehen, Einzelspiele, usw., bei dem es auch wieder darum geht zu zeigen, was das Zelt drauf hat und sich Punkte zu erkämpfen, aber natürlich kommt der Bereich Spaß dabei nicht zu kurz. Jetzt, wo es in die Abendstunden geht, ist noch ein kleines Abendessen dran. Es könnte z.B. Currywurst, ich hab mich nicht verschrieben, mit Brot geben (Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen!), eingeleitet von einer Singerrunde. Nach dem Abendessen heißt es dann "Freizeit", in der man die Möglichkeit hat, verschiedene Spiele zu machen, von denen es genug gibt, zu lesen, denn man kann sich auch Bücher ausleihen, Briefe zu schreiben, der Küchendienst kann Holz für das Lagerfeuer holen, zu quasseln, die Lagerleitung auf die Schüppe zu nehmen (Oder war das nicht anders herum?), auf den Tischen zu tanzen, wenn man welche hätte, und was einem sonst noch einfällt. Um 22.00 Uhr endet dann die Freitezeit und es ist das Lagerfeuer angesagt. Hier trällert man dann ein paar nette Lieder, wie "Von allen blauen Hügeln, reitet der Tag ins Land..." (Upps, Herr Dederichs) und man bekommt ne nette Geschichte vorgelesen. Jetzt ist bereits der Tag für einige vorbei, außer für diejenigen, die zur Nachtwache eingeteilt sind. Diese haben dann die ehrenvolle Aufgabe, das Lager von nächtlichen Besuchern, aus unserer Gemeinde, frei zu halten. Sollten sich diese Besucher, trotz des Schutzes herwagen, werden sie gebührend Empfangen und manchmal erhalten sie auch noch einen leckeren Nachtisch oder bekommen die neusten Schminkmoden von unseren Neulingen aufgesetzt. Wenn die Nacht dann überstanden ist, hat ein neuer Tag begonnen und man ist gespannt, was dann auf den Programm steht. Also Langeweile kommt da bestimmt nicht auf.

Ich tue alles für mein Zelt
Ich tue alles für mein Zelt


So, ich hoffe ich habe jetzt Euch oder Ihnen einen guten Eindruck von unserem Zeltlager vermittelt. Ich kann auf Jedenfall jedem Jungen raten, mindestens ein Mal mit zu fahren. Denn was man dort erlebt, kann man als einmalige Lebenserfahrung beschreiben, die man heute nicht mehr oft, zumindest nicht in dieser Form, sammeln kann.

Jetzt komme ich aber zum Schluß und denke mal, dass ich irgend jemanden dazu ermuntert habe im Sommer mitzufahren. Bis dann, vielleicht sieht man sich mal!

P.S.: Bei Fragen zu Thema Zeltlager wendet/en Ihr/Sie sich/Euch am Besten an das Pfarrbüro oder an Christian Eick.

Raphael Dornebusch

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